• 25.01.2013
      20:15 Uhr
      Mobbing Fernsehfilm Deutschland 2012 | arte
       

      Ein typischer Fall von Mobbing: Was passiert in einer Beziehung, wenn der Ehemann und Familienvater plötzlich freigestellt wird, einfach zu Hause ist und langsam resigniert? Wer hat Schuld und woran? Das Mobbing-Opfer zieht vor Gericht und die Richter geben ihm schließlich sogar Recht, aber Arbeit und Leben haben sich in der Zwischenzeit grundlegend verändert.

      Freitag, 25.01.13
      20:15 - 21:45 Uhr (90 Min.)
      90 Min.

      Ein typischer Fall von Mobbing: Was passiert in einer Beziehung, wenn der Ehemann und Familienvater plötzlich freigestellt wird, einfach zu Hause ist und langsam resigniert? Wer hat Schuld und woran? Das Mobbing-Opfer zieht vor Gericht und die Richter geben ihm schließlich sogar Recht, aber Arbeit und Leben haben sich in der Zwischenzeit grundlegend verändert.

       

      Ein wohnliches Heim, ein sicheres Einkommen, zwei prächtige Kinder, ein großer Freundeskreis: Anja liebt ihr Leben mit Jo, in dem Glück und Zufriedenheit regieren. Der charismatische Jo ist im Kulturreferat der kleinen Stadt für die großen Projekte zuständig und wegen seiner engagierten und zupackenden Art beliebt. Nur die neue Vorgesetzte scheint etwas gegen ihn zu haben.

      Anja bemerkt, wie Jos Stimmung von Tag zu Tag gereizter wird. Dann werden ihm sukzessive seine Kompetenzen entzogen und schließlich wird er zum Handlanger degradiert. Die Kollegen wenden sich ab. Der Druck bei der Arbeit überträgt sich auf das Familienleben und beginnt, Jo und Anja zu verändern. Nach einer Intrige seiner Kollegen wird Jo schließlich fristlos entlassen. Er verschweigt Anja jedoch zunächst den Grund dafür.

      Angst, aber auch gegenseitiges Misstrauen machen sich in ihrer Partnerschaft breit. Jo reicht beim Arbeitsgericht Einspruch gegen die Kündigung ein, doch der Prozess dauert und dauert. Anjas Umgang mit der belastenden Situation schwankt zwischen Empathie und Hilflosigkeit, Pragmatismus und ohnmächtiger Wut. Denn Jo verschließt sich, ist neuen Ideen gegenüber resistent. Er setzt alles auf eine Karte - das Urteil am Arbeitsgericht. Er bekommt schließlich Recht. Ein Pyrrhussieg?

      Das erschütternde Stück über Ausgrenzung am Arbeitsplatz und im Leben stammt von Grimme-Preisträgerin Nicole Weegmann und dem Autoren-Ehepaar Zahn: Eva und Volker A. Zahn haben den Roman von Annette Pehnt adaptiert. Ihr Schwerpunkt lag darin, die Perspektive der "nur" mittelbar Betroffenen beizubehalten. Weegmanns Inszenierung konzentriert sich nicht auf das Mobbing und dessen Spielarten selbst, sondern auf die direkten und indirekten Auswirkungen, die Schikanen und Demütigungen bei der Arbeit, auf das Privatleben und auf das Umfeld der Betroffenen haben. Es geht darum, das Zerstörerische solcher im ersten Moment banal erscheinenden Angriffe auf die Würde eines Menschen anschaulich zu machen.

      Regisseurin Nicole Weegmann hat mit Eva und Volker A. Zahn bereits für das vielfach prämierte (Österreichischer Fernsehpreis, Romy als bester Film des Jahres, Publikumspreis beim Festival des deutschen Films 2009) Amok-Drama "Ihr könnt euch niemals sicher sein" (2008) zusammengearbeitet.

      Weegmann wurde 1966 in Karlsruhe geboren, studierte audiovisuelle Künste und besuchte danach die Filmakademie Baden-Württemberg. Ihr erster Film "Kreisel Macher Brumm" (1992) gewann den Publikumspreis des Kellerkinos Berlin. Ihr erster Langspielfilm war "Wolfsheim" (2000), danach folgten Filme wie "Rabenkinder" (2005), "Solange du schliefest" (2010) und "Schenk mir dein Herz" (2011).

      Auch die Hauptrollen in "Mobbing" sind hochkarätig besetzt. Susanne Wolf überzeugt hier in der Rolle der Anja. Sie besuchte die Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Zum Fernsehen kam sie 2003 in der "Tatort"-Folge "Heimspiel". Es folgten "Swinger Club" (2004, Regie: Jan Georg Schütte), "Vineta" (2006, Regie: Franziska Stünkel) und "Dreileben - Komm mir nicht nach" (2011, Regie: Dominik Graf). Die Schauspielerin wurde bereits mehrfach ausgezeichnet: Für ihre Rolle in "Das Fremde in mir" (2007, Regie: Emily Atef) erhielt sie den Förderpreis deutscher Film und den Preis als beste Darstellerin am São Paulo International Filmfestival.

      Tobias Moretti, 1959 in Österreich geboren, spielt den verzweifelten Familienvater Jo. Nach seinem Abschluss an der Otto-Falckenberg-Schauspielschule wurde Moretti am Bayerischen Staatsschauspiel engagiert. Ende der 80er Jahre verlagerte er seinen Schwerpunkt zum Film, wo er vor allem durch die Fernsehkrimiserie "Kommissar Rex" (1994-2004) bekanntwurde. Für seine Rolle als Kriminalinspektor Richard Moser erhielt er auch mehrere Auszeichnungen, darunter den Goldenen Löwen und den Bayerischen Fernsehpreis. Von 1995 bis 1997 gewann er jeweils den Goldenen Romy als beliebtester Serienstar. 2001, 2003 und 2004 gewann er ihn erneut für Filme wie "Krambambuli" (1998, Regie: Xaver Schwarzenberger), "Wenn Männer Frauen trauen" (2000, Regie: Curt M. Faudon) und "Die Rückkehr des Tanzlehrers" (2004, Regie: Urs Egger). Für Letzteren erhielt er den Deutschen Fernsehpreis als bester Schauspieler in der Kategorie "Fernsehfilm". 2008 war er in Til Schweigers Komödie "1½ Ritter - Auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde" zu sehen und 2010 in Oskar Roehlers "Jud Süß - Film ohne Gewissen", wofür er den Österreichischen Filmpreis als bester männlicher Darsteller erhielt.

      Wird geladen...
      Freitag, 25.01.13
      20:15 - 21:45 Uhr (90 Min.)
      90 Min.

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 19.11.2017