• 18.05.2018
      14:05 Uhr
      Kirschblüten und rote Bohnen Spielfilm Japan / Deutschland / Frankreich 2015 (An) | arte
       

      Ein kleiner Imbiss für Dorayaki - japanische Pfannkuchen - wird zum Zentrum einer Art Patchwork-Familie: Sentaro betreibt lustlos den Laden als Entschädigung für ein von ihm begangenes Verbrechen. Seine alte, verkrüppelte Angestellte Tokue dagegen geht ganz in der Zubereitung der süßen Bohnenpaste, mit der die Eierkuchen gefüllt werden, auf und bindet so die Kunden. Die Schülerin Wakana verbringt ihre Nachmittage hier, um nicht mit ihrer Mutter zu streiten. Doch als publik wird, dass Tokues Verkrüppelungen Merkmale einer auskurierten Lepraerkrankung sind, zerbricht das Idyll …

      Freitag, 18.05.18
      14:05 - 15:50 Uhr (105 Min.)
      105 Min.

      Ein kleiner Imbiss für Dorayaki - japanische Pfannkuchen - wird zum Zentrum einer Art Patchwork-Familie: Sentaro betreibt lustlos den Laden als Entschädigung für ein von ihm begangenes Verbrechen. Seine alte, verkrüppelte Angestellte Tokue dagegen geht ganz in der Zubereitung der süßen Bohnenpaste, mit der die Eierkuchen gefüllt werden, auf und bindet so die Kunden. Die Schülerin Wakana verbringt ihre Nachmittage hier, um nicht mit ihrer Mutter zu streiten. Doch als publik wird, dass Tokues Verkrüppelungen Merkmale einer auskurierten Lepraerkrankung sind, zerbricht das Idyll …

       

      Sentaro betreibt lustlos einen kleinen Imbiss für Dorayaki - mit einer süßen Bohnenpaste gefüllte Pfannkuchen -, der mehr schlecht als recht läuft. Doch alles ändert sich, als Tokue sich bei ihm bewirbt. Sentaro will der alten, gebrechlichen Frau mit den verkrüppelten Händen eigentlich absagen, doch als er ihre selbst bereitete süße Bohnenpaste - die titelgebende „An" (Originaltitel) - kostet, lässt er sich umstimmen.

      Tokue führt Sentaro in die Kunst der „An"-Zubereitung ein, die vor allem aus Sorgfalt, Liebe zu den Produkten und Wertschätzung der Arbeit besteht. Für Sentaro eine neue Welt, denn er betreibt den Kiosk nur, um eine alte Schuld abzutragen: Als Wiedergutmachung für ein von ihm begangenes Verbrechen arbeitet er nun für die Familie, die sein Schmerzensgeld bezahlt hat, um so seine Schulden zurückzahlen zu können.

      Durch Tokues köstliche „An"-Paste beginnt der Imbiss zu laufen. Das bekommt auch das Schulmädchen Wakana zu spüren, das am Imbiss herumhängt und sich Reste holt. Sentaro und Tokue werden für sie, deren alleinerziehende Mutter rastlos auf der Suche nach einer neuen Liebe ist, mehr und mehr zum Familienersatz.

      Als ruchbar wird, dass Tokues verkrüppelte Hände von einer auskurierten Lepraerkrankung herrühren, bleiben die Kunden aus und die Imbiss-Besitzerin zwingt Sentaro dazu, seine Angestellte zu entlassen. Als Sentaro und Wakana Tokue in ihrem Zuhause, einem Quarantäne-Heim für die letzten japanischen Leprakranken, besuchen, finden sie sie voller Dankbarkeit vor. Denn durch die Arbeit sei ihr der Wunsch erfüllt worden, sich in der und für die Gesellschaft nützlich zu machen.

      Wie in den Filmen der japanischen Altmeister Ozu und Mizoguchi geht es um den Verlust der traditionellen japanischen Werte (und handwerklichen Fähigkeiten) in einer von entfremdeter Arbeit geprägten Moderne. Die Regisseurin Naomi Kawase hat es geschafft, universelle Themen wie Schuld, den Wert des Einzelnen in der Gesellschaft und den Konflikt zwischen Tradition und Moderne in der Traditionslinie der alten Melodramen, aber gleichwohl mit Humor zu erzählen. Ein emotional tiefer, anrührender und zugleich heiterer Film.

      Mit „Kirschblüten und rote Bohnen“ hat Naomi Kawase zum ersten Mal Kritiker und ein breites Publikum begeistert. Stärker als ihre bisherigen Filme ist er von der Tradition des japanischen Melodrams geprägt, das von einfachen Leuten und ihren bescheidenen Träumen erzählt. Ganz auf seine charismatischen Figuren konzentriert erzählt der Film unspektakulär, aber mit Humor von ihrer Sehnsucht nach einem Platz in der Gesellschaft. Beim Festival von Cannes, wo Kawase regelmäßig im Wettbewerb läuft und 2007 für „Der Wald der Trauer“ den Großen Preis der Jury erhalten hat, lief der Film als Eröffnungsfilm des „Un Certain Regard“.

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      Freitag, 18.05.18
      14:05 - 15:50 Uhr (105 Min.)
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