05.05.2013
21:02 Uhr
Das Haus des Rundfunks Film von Jürgen Buch und Thomas Zimolong | tagesschau24
Tipp

Das Haus des Rundfunks in Berlin-Charlottenburg ist ein imposanter Bau mit seiner 150 Meter langen, mächtigen Fassade, mit seinen hunderten von Räumen, den endlosen Gängen und tiefen Kellern. Das Funkhaus wirkt von außen geheimnisvoll: Die Fassade lenkt den Blick nach oben, monumental und auch etwas abweisend wirkt sie, dunkel steht es da - das "HdR". Hinter der Fassade wird seit 80 Jahren Radio gemacht - fast ohne Unterbrechung. Das Haus des Rundfunks ist eine Bühne für Schicksale, Träume und Machtversessenheit.

Vor 80 Jahren, am 22. Januar 1931, wird das HdR eingeweiht. Es ist ein Symbol des Aufbruchs: für ein neues Medium und eine neue Zeit. Im Haus des Rundfunks soll Radio fürs Volk entstehen. Das Vox-Haus am Potsdamer Platz, die Wiege des deutschen Rundfunks, ist zu klein geworden - und der Potsdamer Platz ist zu laut.

Albert Einstein gibt hier dem jungen Rundfunk den Wunsch mit auf den Weg, er möge der Völkerverständigung dienen. Ein frommer Wunsch, denn schnell wird das Haus zum Spielball politischer Interessen. Die Nazis ziehen ein, auf dem Dach werden Hakenkreuzfahnen gehisst. Und das Haus wandelt sich zu einem Zentrum der totalitären, nationalsozialistischen Propaganda.

Nach dem Krieg übernehmen die Sowjets das Funkhaus. Schon am 13. Mai 1945, wenige Tage nach der deutschen Kapitulation, geht der "Berliner Rundfunk" auf Sendung. Mehrere Jahre bleibt das Haus eine sowjetische Insel in West-Berlin.

1952 räumt der Sender das Haus. Die letzte sowjetische Wachmannschaft verlässt 1956 das Gebäude. Dann kommt der Sender Freies Berlin (SFB), er macht hier fast 50 Jahre Programm und fusioniert 2003 mit dem Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg (ORB) zum Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb). Kein Rundfunkgebäude in Deutschland ist länger in Betrieb.

Das Haus des Rundfunks war über Jahrzehnte hinweg ein Brennpunkt deutscher Radiogeschichte. Die Dokumentation stellt Menschen vor, die dem Haus des Rundfunks eng verbunden sind. Der spätere Geiger Walter Levin nimmt 1931 an der Eröffnung teil. Peter Bosse ist Mitte der 30er Jahre ein Kinderstar im Radio. Richard Baier erlebt als junger Sprecher den 20. Juli 1944 und die letzten Kriegstage mit. Friedrich-Wilhelm von Sell ist dabei, als der SFB hier einzieht. Helmut Lehnert organisiert im November 1989 ein Popkonzert zum Mauerfall.

Aus der Reihe "Geheimnisvolle Orte"

Sonntag, 05.05.13
21:02 - 21:45 (43 Min.)
Stereo