• 12.02.2017
      17:30 Uhr
      Panorama - die Reporter "Wer hat Angst vorm fremden Mann?" | tagesschau24
       

      Die große Mehrheit der Deutschen (75 Prozent) fühlt sich auf öffentlichen Plätzen, Straßen oder in Verkehrsmitteln sicher oder sogar sehr sicher. Das ergab eine repräsentative Umfrage von infratest dimap zum Sicherheitsgefühl in Deutschland im Auftrag von "Panorama". 27 Prozent der Frauen allerdings geben an, dass sie sich eher unsicher oder sogar sehr unsicher fühlen. Jede dritte Frau (34 Prozent) gibt zudem an, sich in den letzten zwei Jahren infolge der Zuwanderung zunehmend unsicher zu fühlen. Die Befragten geben weiter an, dass sich ihr Verhalten in den
      vergangenen zwei Jahren verändert hat.

      Sonntag, 12.02.17
      17:30 - 18:00 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Die große Mehrheit der Deutschen (75 Prozent) fühlt sich auf öffentlichen Plätzen, Straßen oder in Verkehrsmitteln sicher oder sogar sehr sicher. Das ergab eine repräsentative Umfrage von infratest dimap zum Sicherheitsgefühl in Deutschland im Auftrag von "Panorama". 27 Prozent der Frauen allerdings geben an, dass sie sich eher unsicher oder sogar sehr unsicher fühlen. Jede dritte Frau (34 Prozent) gibt zudem an, sich in den letzten zwei Jahren infolge der Zuwanderung zunehmend unsicher zu fühlen. Die Befragten geben weiter an, dass sich ihr Verhalten in den
      vergangenen zwei Jahren verändert hat.

       

      Stab und Besetzung

      Produktion Edgar Rygol
      Redaktion Dietmar Schiffermueller

      So vermeiden 62
      Prozent aller Frauen abends bestimmte Straßen, Parks oder
      Plätze. Ein gutes Drittel davon (36 Prozent) gibt an, dies seit
      zwei Jahren häufiger zu tun. Öffentliche Verkehrsmittel am
      Abend vermeidet jede dritte befragte Frau (31 Prozent).
      Annähernd die Hälfte von ihnen (45 Prozent) tut dies häufiger
      als vor zwei Jahren. Ein gesteigertes Bedrohungsgefühl zeigt
      sich vor allem daran, dass 13 Prozent aller befragten Frauen
      Reizgas bei sich tragen, mehr als jede Zweite darunter (65
      Prozent) häufiger als noch vor zwei Jahren.
      Bei der Frage, ob es bestimmte Gruppen gibt, von denen man
      sich besonders bedroht fühlt, ergibt sich ein geteiltes Bild: Eine
      leichte Mehrheit aller Befragten (51 Prozent) verneint das, aber
      immerhin 47 Prozent empfinden bestimmte Gruppen als
      Bedrohung. Für rund jeden Dritten (32 Prozent) sind Ausländer
      und Flüchtlinge die Gruppe, von der die stärkste Bedrohung
      ausgeht.

      "Die Sicherheit in Deutschland hat sich über Jahre kontinuierlich verbessert und ist nach wie vor auf sehr hohem Niveau", sagt Dr. Dominic Kudlacek vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen. Allerdings zeigten die polizeilichen Kriminalstatistiken in den letzten Jahren eine steigende Zahl nicht-deutscher Tatverdächtiger, so Kudlacek weiter. Dieser Anstieg der erfassten Taten sei dabei in erster Linie dem Zuwachs der Bevölkerung infolge der
      Flüchtlingswanderungen zuzuschreiben. Jedoch falle auf, dass bestimmte Gruppen, wie zum Beispiel die Zuwanderer aus
      Nordafrika (Algerien, Marokko, Tunesien), bei bestimmten
      Straftaten (beispielsweise Rohheitsdelikte, Diebstahl oder
      Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung)
      überproportional auffällig sind.

      Das sei für Kriminologen aber nicht überraschend, so Kudlcek,
      denn die Gruppe der Zuwanderer setze sich demografisch
      anders zusammen als die deutsche Gesamtbevölkerung. Viele
      Zuwanderer seien "Menschen, die männlich und jung sind,
      selber Gewalt erlebt haben und perspektivlos sind", so
      Kudlacek. "Diese begehen häufiger Straftaten als Menschen, die
      eine Perspektive haben, die etwas älter sind und die in der
      Gesellschaft gut integriert sind." Kriminalität werde eben durch
      solche Faktoren beeinflusst und sei keine Frage des Passes.

      Die Sendung "Panorama - die Reporter" geht der Frage nach, ob
      der öffentliche Raum infolge der Zuwanderung der letzten
      Jahre unsicherer geworden ist. Was sind übertriebene Ängste,
      was berechtige Sorgen?

      Eine Gruppe steht dabei besonders im Fokus: Die der Nordafrikaner. In den Kriminalitätsstatistiken treten sie häufiger als andere Gruppen in Erscheinung. Dr. Dominic Kudlacek vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen hat für Panorama Statistiken ausgewertet. Um die Straffälligkeit unterschiedlicher Gruppen vergleichen zu können, nutzt der Kriminologe die sogenannte Tatverdächtigenbelastungszahl. Das ist die Zahl der durch die Polizei ermittelten Tatverdächtigen, errechnet auf 100.000 Einwohner des entsprechenden Bevölkerungsanteiles. Laut Kudlacek sind demnach Zuwanderer aus Nordafrika zehn Mal häufiger tatverdächtig als Deutsche. Bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung sieben Mal häufiger.

      Die Kriminologen betonen, dass es viele Faktoren für die statistischen Auffälligkeiten gibt - soziale Herkunft, Alter, Perspektive, Geschlecht. Doch wie gehen wir damit um? Müssen wir uns wirklich um unsere Sicherheit sorgen? Und sind härtere Gesetze und Abschiebungen wirklich Schutz vor Kriminalität?

      Film von Nadia Kailouli, Pia-Luisa Lenz, Anna Orth, Anne Ruprecht und Patrizia Schlosser

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      Sonntag, 12.02.17
      17:30 - 18:00 Uhr (30 Min.)
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