• 01.04.2012
      22:25 Uhr
      Geschichte Mitteldeutschlands Spezial: Karl May Faszination Karl May - Moderation: Gunter Schoß | MDR FERNSEHEN
       

      Auf zu Winnetou, Old Shatterhand & Co. - diesem Ruf folgt zum 100. Todestag des begnadeten sächsischen Geschichtenerzählers Karl May auch der Moderator des MDR-Geschichtsmagazins in einem "Geschichte Mitteldeutschlands Spezial": Gunter Schoß erinnert sich gern an die Zeit, in der er selbst als Indianer durch die Häuserschluchten "ritt" und mit Freunden und einer aus dem Westen eingeschleusten Spielzeugpistole Cowboy und Indianer spielte. Karl May war es, der Cowboys und Indianer nach Deutschland brachte und so dafür sorgte, dass Millionen von Jugendlichen zu träumen begannen.

      Sonntag, 01.04.12
      22:25 - 00:00 Uhr (95 Min.)
      95 Min.
      VPS 22:10
      Geänderte Sendezeit!
      Stereo

      Auf zu Winnetou, Old Shatterhand & Co. - diesem Ruf folgt zum 100. Todestag des begnadeten sächsischen Geschichtenerzählers Karl May auch der Moderator des MDR-Geschichtsmagazins in einem "Geschichte Mitteldeutschlands Spezial": Gunter Schoß erinnert sich gern an die Zeit, in der er selbst als Indianer durch die Häuserschluchten "ritt" und mit Freunden und einer aus dem Westen eingeschleusten Spielzeugpistole Cowboy und Indianer spielte. Karl May war es, der Cowboys und Indianer nach Deutschland brachte und so dafür sorgte, dass Millionen von Jugendlichen zu träumen begannen.

       

      Die Träume handelten von Abenteuern und Wild-West-Geschichten, von wahren Helden und gemeinen Schurken, von unbändiger Freiheit und lebenslanger Freundschaft. Gunter Schoß präsentiert ihm zu Ehren ein Portrait des großen Indianer-Darstellers Gojko Mitic. Im Anschluss daran erzählt der MDR die Geschichte des Reiseschriftstellers. Der Film "Karl May - Ein Phantast aus Sachsen" zeichnet das Leben des früheren Hilfsschullehrers nach und zeigt, wie er auf dem schmalen Grad zwischen dreistem Hochstapler und erfolgreichen Schriftsteller wandelte. Zum Abschluss erzählen wir die unterhaltsame Geschichte der "Indianer in der DDR" und zeigen, wie die Jugendlichen im Arbeiter- und Bauernstaat ihren Traum vom Wilden Westen verwirklichten.

      • Ost-Legenden: Gojko Mitic - Sie nannten ihn im Westen "den Roten Winnetou", im Osten hieß er "Chefindianer der DEFA". Den ersten ostdeutschen Indianerfilm "Die Söhne der großen Bärin", gedreht im Jahr 1965, als gleichzeitig viele zeitkritische Gegenwartsstoffe abgesetzt wurden, sahen allein 11 Millionen Zuschauer. Das Kino liefert dem Publikum einen Hauch von "weiter Welt". Gojko Mitic wurde in der DDR ein Superstar. Entdeckt hatten den serbischen Sportstudenten die Westdeutschen Arthur Brauner und Horst Wendlandt. Sie besetzten ihn im in den Karl-May-Verfilmungen und im Abspann stand sein Name - weit hinter Pierre Brice, Lex Barker, Klaus Kinski noch eingedeutscht: Georg Mitic.

      Mitic wuchs in einer Bauernfamilie in dem kleinen serbischen Ort Strojkovce, 250 Kilometer südlich von Belgrad, auf. Sein Vater kämpfte bei den Partisanen gegen die Nazis. Seine Großmutter wurde die wichtigste Bezugsperson für den Jungen, der nach ihrem Wunsch eigentlich Arzt werden sollte, damit sie immer einen Doktor im Haus hätte. Doch er studiert Sport in Belgrad und verdiente sich ein wenig Geld mit Stunts im internationalen Film. Dass er später immer nur die Hauptrollen, den Häuptling spielen würde, war damals für ihn undenkbar.

      Die Dokumentation von Lutz Rentner und Frank Otto Sperlich erzählt das Leben des wohl bekanntesten Gesichts der DEFA als ein Stück Zeitgeschichte: die Kindheit in Serbien, die Erfolgsjahre in der DDR, die Nachwendezeit, als Gojko Mitic - wie er heute sagt - zunächst die "ewigen Jagdgründe" drohten und er dann in Bad Segeberg und an verschiedenen Theatern, ebenso in etlichen Filmen, wieder die großen Rollen spielen durfte. Gojko Mitic, heute über 70, reitet immer noch, steht vor der Kamera, und er reist als ehemaliger "Berufsindianer" der Defa in den Wilden Westen, um die Hochachtung der Sioux oder der Blackfeet zu erleben, deren Leben er seinerzeit im Kino gezeigt hat.

      • Karl May - Der Phantast aus Sachsen: Am 2. Mai 1874 öffnen sich die Tore des Zuchthauses in Waldheim für einen hageren Mann Anfang 30. Es ist der Hilfsschullehrer Karl May auf dem Weg in die Freiheit. "Herr Schließer, mich sehen Sie nie mehr wieder!", soll er einem Aufseher gesagt haben und sein Entlassungsattest vermerkt: "Will nach Amerika auswandern".

      Am 25. Februar 1842 wird Karl May als fünftes von 14 Kindern in einer Weberfamilie im erzgebirgischen Hohenstein-Ernstthal geboren. Er wächst in bitterster Armut auf, eine Karriere als Volksschullehrer ist vorbestimmt. Kleinere Diebstähle, Betrügereien und Hochstapelei hatten ihn schließlich für 4 Jahre ins Zuchthaus geführt. Als der 32-Jährige entlassen wird, ist er an einem Wendepunkt seiner "Karriere" angekommen. Er beschließt, Schriftsteller zu werden und beginnt zunächst als Redakteur von Provinz- und Unterhaltungsblättern. Obwohl er über Sachsen bisher nie hinausgekommen ist, verfasst er sogar Reiseerzählungen. Seinen Träumen von Freiheit, Gleichheit, ewiger Freundschaft und edlen Menschen verleiht er in Fortsetzungsromanen Gestalt. Er erfindet Winnetou und Old Shatterhand und lässt die Leser glauben, er habe alle beschriebenen Abenteuer selbst erlebt.

      Leidenschaftlich schreibt Karl May gegen den Zeitgeist an, entwirft ein romantisches Wildwestpanorama, das es so nie gegeben hat. Die Winnetou - Trilogie macht ihn endgültig berühmt. Seine Sympathie gilt den Benachteiligten und Schwachen, viele seiner Helden kämpfen gegen Unterdrückung und Rassismus. Diese Ansichten bringen ihm nicht nur Bewunderung sondern auch Kritik ein. Die allgemeine Hochachtung, die das literarische Schaffen Karl Mays lange Zeit begleitet, schlägt ins Gegenteil um, als bekannt wird, dass er keinen der Schauplätze seiner Geschichten je selbst gesehen hat, vorbestraft ist und er auch seinen Doktortitel nur erfunden hat. Zahlreiche juristische Auseinandersetzungen überschatteten die letzten Lebensjahre des sensiblen Sachsen. Am 30. März 1912 stirbt der berühmte wie auch belächelte oder gar abgelehnte Autor in Radebeul bei Dresden. Seine Werke erzielen bis heute weltweit hohe Auflagen und erfreuen sich einer riesigen Fangemeinde. Der Film verfolgt, in einer Mischung aus Dokumentarischem, Authentischem und Fiktionalem das Leben von Karl May.

      • Indianer-Kult in der DDR: Frei, wild und ungebunden - so wollten die Hobby-Indianer in der DDR wenigstens in ihrer Freizeit leben. Bis 1989 gab es rund 50 verschiedene "Kulturgruppen zur Pflege des indianischen Brauchtums" mit mehr als 1000 Mitgliedern. Heute sagen viele von ihnen: Die DDR war vielleicht das Indianer-verrückteste Land der Welt. Ein Häuptling der Mandan-Indianergruppe aus Taucha, mit bürgerlichen Namen Joachim Giel, erzählt seine Geschichte.

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