• 13.09.2017
      20:45 Uhr
      Land ohne Lehrer - Schulen in Not Film von Isabell Hartung und Julian Kanth | MDR FERNSEHEN Mediathek
       

      Reporter von "Exakt - Die Story" werfen einen Blick auf den Alltag in den Schulen im Land und fragen: Warum fallen so viele Stunden aus? Sie lassen sich von Experten erklären, woher der Lehrermangel kommt und inwieweit er voraussehbar war. Und die Reporter konfrontieren die Verantwortlichen mit der Frage: Wie sollen die Lücken geschlossen werden?

      Mittwoch, 13.09.17
      20:45 - 21:15 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Reporter von "Exakt - Die Story" werfen einen Blick auf den Alltag in den Schulen im Land und fragen: Warum fallen so viele Stunden aus? Sie lassen sich von Experten erklären, woher der Lehrermangel kommt und inwieweit er voraussehbar war. Und die Reporter konfrontieren die Verantwortlichen mit der Frage: Wie sollen die Lücken geschlossen werden?

       

      Mal ist sie Seelentrösterin, mal Sekretärin, mal Netzwerkadministratorin und Hygiene-Beauftragte, dann auch noch Stundenplanmacherin und Lückenfüllerin. Und irgendwann dazwischen bringt sie ihren Schülern das kleine Einmaleins bei: Ina Herfurth ist Klassenlehrerin und Schulleiterin der Siedlungsgrundschule in Bad Dürrenberg. Das alleine ist schon ein Vollzeitjob. Aber wenn sie in Bad Dürrenberg fertig ist, fährt sie weiter nach Kötzschau an die Thomas-Münzer-Grundschule. Auch dort hat sie vertretungsweise die Schulleitung übernommen - gezwungenermaßen. Es war einfach niemand da, der hätte einspringen können.

      Das Beispiel von Ina Herfurth steht exemplarisch für den Lehrermangel in Sachsen-Anhalt: An jeder zehnten Grundschule im Land kann aktuell die Schulleiterstelle nicht besetzt werden. In den anderen ostdeutschen Bundesländern sieht es nicht besser aus. Die krankheitsbedingten Langzeit-Ausfälle von Lehrern häufen sich - die Kollegien sind im Durchschnitt über 50 Jahre alt. Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner (CDU) geht davon aus, dass in den kommenden Jahren jeweils 650 Lehrer pro Schuljahr neu eingestellt werden müssen. Die Opposition spricht angesichts steigender Schülerzahlen von mindestens 1.000.

      Der Bildungsforscher Axel Gehrmann von der TU Dresden beklagt ein Versagen der Politik: "Man hat die Lehrerschaft kollektiv altern lassen und zu wenig Nachwuchs ins System gebracht." Viele Lehramtsabsolventen seien bis vor ein paar Jahren ganz selbstverständlich in die alten Bundesländer abgewandert, weil sie im Osten keine Perspektive gehabt hätten. Das Schuljahr 2016/2017 sei gemessen an Vertretungs- und Ausfallstunden das schlimmste aller Zeiten gewesen, sagen Kritiker der Bildungspolitik der Landesregierung. "Es wird derzeit alles dafür getan, dass das ganze System der Unterrichtsversorgung haltlos ins Rutschen kommt", warnt Thomas Lippman (Die Linke), Landtagsabgeordneter in Sachsen-Anhalt.

      Reporter von "Exakt - Die Story" werfen einen Blick auf den Alltag in den Schulen im Land und fragen: Warum fallen so viele Stunden aus? Sie lassen sich von Experten erklären, woher der Lehrermangel kommt und inwieweit er voraussehbar war. Und die Reporter konfrontieren die Verantwortlichen mit der Frage: Wie sollen die Lücken geschlossen werden?

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