22.11.2012
14:15 Uhr
Planet Wissen Das Schwarze Meer: Ein Relikt der Sintflut? - Moderation: Birgit Klaus und Dennis Wilms | rbb Fernsehen

"Planet Wissen" erkundet mit dem Ostmitteleuropahistoriker Prof. Stefan Troebst von der Uni Leipzig diese einmalige Region, in die es immer auch schon Deutsche verschlagen hat.

Das Schwarze Meer ist das unbekannteste Meer Europas, denn lange Zeit war es zumindest für Westeuropäer quasi unzugänglich. Verborgen blieben die faszinierenden Küsten mit ihren steilen Klippen, sandigen Ufern, gigantischen Vogelvorkommen und Hafenstädten. Und verborgen blieb die Region, von der Geoforscher vermuten, dass - wenn überhaupt - dann hier die biblische Sintflut stattgefunden haben muss. Am Schwarzen Meer wurde schon immer Geschichte geschrieben, denn hier trifft Europa auf Asien. Viele Völker zog es im Laufe der Jahrtausende hierhin, angefangen von den Skythen, Goten, Griechen, Genuesern und Venezianern. Erst herrschte am Schwarzen Meer das Byzantinische Reich, dann das Osmanische und dann das Russische Reich und die UdSSR. Die postsowjetischen Staaten Bulgarien, Rumänien, Ukraine, Russland und Georgien reiben sich noch heute an der Vergangenheit und suchen nach Wegen für die Zukunft. Dabei wird die Region immer wichtiger, nicht zuletzt, weil hier Allianzen für die Energieversorgung geschmiedet werden.

Auch wenn heute das Schwarze Meer als Gewässer gebeutelt ist von Schwerindustrie und Agrarwirtschaft entlang der großen Zuflüsse sowie fehlender Klärwerke allerorten, ist es geologisch und biologisch einmalig. Seit Tausenden von Jahren ist das Schwarze Meer in zwei Wasserschichten geteilt, einer oberen sauerstoffhaltigen und einer unteren toten Schicht, wo nur Mikroorganismen überleben können. Forscher ergründen in über 2000 Meter Tiefe die Methanvorkommen. Und das riesige Donaudelta mit seinen verborgenen Seitenarmen ist noch heute als Biosphärenreservat ein ökologisch einmaliges Gebiet.

Donnerstag, 22.11.12
14:15 - 15:15 (60 Min.)
Stereo