• 27.09.2017
      22:00 Uhr
      DokThema Kampf ums Saatgut - Wer bestimmt, was wir essen? | BR Fernsehen
       

      Feldfrüchte sind die Basis unserer Ernährung. Unser täglich Brot hängt davon ebenso ab wie das Futter unserer Tiere. Doch woher kommen die Pflanzen, die auf unseren Äckern wachsen? Und werden sie - und damit unsere Grundnahrungsmittel - immer teurer, wenn nur noch wenige Anbieter die Preise diktieren?
      "DokThema" trifft Züchter und Bauern, aber auch Wissenschaftler und politische Entscheidungsträger. Haben die konventionellen Pflanzenzüchter noch eine Zukunft? Und ist die Biodiversität auf unseren Feldern in Gefahr?

      Mittwoch, 27.09.17
      22:00 - 22:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Feldfrüchte sind die Basis unserer Ernährung. Unser täglich Brot hängt davon ebenso ab wie das Futter unserer Tiere. Doch woher kommen die Pflanzen, die auf unseren Äckern wachsen? Und werden sie - und damit unsere Grundnahrungsmittel - immer teurer, wenn nur noch wenige Anbieter die Preise diktieren?
      "DokThema" trifft Züchter und Bauern, aber auch Wissenschaftler und politische Entscheidungsträger. Haben die konventionellen Pflanzenzüchter noch eine Zukunft? Und ist die Biodiversität auf unseren Feldern in Gefahr?

       

      Stimmen die internationalen Kartellbehörden zu, darf der deutsche Chemie-Konzern Bayer Ende des Jahres das amerikanische Saatgutunternehmen Monsanto übernehmen. Damit wird Bayer zu einem von nur vier agro-chemischen Großkonzernen auf der Welt, die die Entwicklung und den Handel von Saatgut dominieren. Das Geschäftsmodell des neuen deutsch-amerikanischen Superkonzerns: ertragreiches, teils gentechnisch verändertes Saatgut plus passende Insekten- und Unkrautvernichtungsmittel aus einer Hand. Bayer wirbt damit, so die Ernährung der Weltbevölkerung sicherstellen zu wollen. Kritiker wie der niederbayrische Maiszüchter Ludwig Feldmeier oder der schwäbische Landwirt Rudolf Bühler fürchten jedoch eine immer größer werdende Abhängigkeit der heimischen Bauern von den Großkonzernen. Bühler ist Gründer der Schwäbisch-Hällischen Erzeugergemeinschaft und mehr als nur ein visionärer Bauer, der eine fast ausgestorbene Schweinerasse zu einem viel gefragten Produkt machte. Er war früher in Bangladesch als Regierungsberater im Landwirtschaftsministerium tätig und hat nicht nur deshalb einen globalen Blick auf die Zukunft der Landwirtschaft. Ludwig Feldmeier ist der letzte mittelständische Maiszüchter in Deutschland und kämpfte mit seinem Unternehmen lange ums Überleben. Er weiß: Das Bollwerk gegen die Übermacht der Großen bröckelt, viele mittelständische Züchter mussten schon aufgeben. Doch sie sind es, die nicht nur regional angepasste Sorten entwickeln, sondern diese auch als Open Source anderen Züchtern zur Verfügung stellen. Auch der Oberpfälzer Haferzüchter Berthold Bauer schätzt das strenge, deutsche Sortenschutzgesetz, vor dessen Zulassungskammer er immer wieder bestehen muss. Untergraben wird das bewährte System aber durch immer mehr Patentanmeldungen auf Saatgut. Diese sind extrem teuer und werden daher überwiegend von den großen Saatgutkonzernen eingereicht. Außerdem müssen sich die Mittelständler mit den neuen Technologien in der Pflanzenzüchtung auseinandersetzen. Das Genome Editing ermöglicht einen einfacheren und billigeren Eingriff in das Genom der Pflanzen. Als "Gentechnik light" ist es unter den Züchtern aber umstritten:  Ist es Chance oder Gefahr für die Mittelständler? Die Entwicklung in der Forschung ist rasant, doch die Gesetzgebung und die Risikoeinschätzung kommen nicht hinterher. "DokThema" trifft Züchter und Bauern, aber auch Wissenschaftler und politische Entscheidungsträger. Haben die konventionellen Pflanzenzüchter noch eine Zukunft? Und ist die Biodiversität auf unseren Feldern in Gefahr?

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