03.07.2013
00:40 Uhr
Die Bankiersfrau Spielfilm Frankreich 1980 (La banquière) | Bayerisches FS
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Paris, in den 1920er-Jahren: Die Bankiersfrau Emma Eckhert erregt mit ihren riskanten Börsengeschäften und ihrem unkonventionellen Privatleben die Gemüter. Durch das Angebot ungewöhnlich hoher Zinssätze avanciert die aus kleinen Verhältnissen stammende Geschäftsfrau bald zur Ikone der Kleinsparer. Gleichzeitig macht sie sich die konservativen Konkurrenten zu Feinden. Auf dem Zenit ihres Erfolges gelingt es ihren Gegnern, sie durch ein politisches Komplott zu Fall zu bringen.

Paris, 1921: Emma Eckhert, die Tochter eines Hutmachers, erregt schon in jungen Jahren Aufsehen, als sie wegen einer lesbischen Affäre ins Gefängnis kommt. Durch ihre Heirat mit dem Geschäftsmann Moïse Nathanson und dank des Vermögens ihrer Geliebten Camille steigt Emma bald zur Präsidentin einer Sparkasse auf, die Kleinsparern erheblich höhere Zinsen als die alteingesessenen Geldinstitute verspricht. Mit riskanten Börsenmanövern und Insider-Informationen erzielt sie spektakuläre Gewinne. Ihr Wagemut öffnet Emma die Türen der feinen Gesellschaft. Selbst Schmutzkampagnen der Presse, die ihre Bisexualität enthüllen, tragen noch zu ihrem Ruhm bei. Doch während die selbstbewusste Frau mit dem italienischen Diktator Mussolini ins Geschäft kommt, formieren sich ihre Feinde aus dem Finanz-Establishment. Ihr erbittertster Gegner, Bankpräsident Horace Vannister, erreicht durch seinen politischen Einfluss, dass Emma der Prozess gemacht wird. Nach ihrer vorzeitigen Entlassung aus dem Gefängnis greifen ihre Feinde zum äußersten Mittel.

In Francis Girods opulent ausgestattetem und satirisch eingefärbtem Sittenbild des Paris der 1920er- und 30er-Jahre glänzt neben namhaften französischen Darstellern wie Jean-Louis Trintignant und Claude Brasseur in der Hauptrolle Romy Schneider als moderne Geschäftsfrau. Als historisches Vorbild ihrer Figur diente die Bankiersfrau Marthe Hanau, die von 1925 bis 1935 in Frankreich für Schlagzeilen sorgte. Regisseur Francis Girod, der mit Romy Schneider ebenfalls den Skandalfilm "Trio Infernal" inszeniert hatte, zeichnete vor dem Hintergrund der korrupten "Troisième Republique" das faszinierende Porträt einer emanzipierten Frau, die sowohl privat als auch beruflich die etablierten Pfade verlässt. Und wer könnte diese facettenreiche Rolle besser verkörpern als Romy Schneider; ein "charmantes Monster", so die französische Zeitung "L'Express" - und eine Ausnahmeschauspielerin, die stets einen Rest Geheimnis bewahrt? In luxuriösen Roben und vor der eleganten Kulisse der "Goldenen Zwanziger" spielt Schneider eine ebenso sinnliche wie ehrgeizige Frau in den besten Jahren, die mit ihrem Charisma Männer und Frauen in ihren Bann zieht. Die vormals brave "Sissi"-Darstellerin war zum Zeitpunkt der Dreharbeiten längst zur international gefeierten Charakterdarstellerin aufgestiegen und befand sich auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. "Aufwendiger Star-Film" (Lexikon des Internationalen Films)

Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 03.07.13
00:40 - 02:40 (120 Min.)
Stereo Untertitel für Gehörgeschädigte