29.12.2012
16:30 Uhr
Tim Mälzers Ernährungs-Check Kann Essen krank machen? - Dokumentation von Katarina Schickling | Das Erste

Mit der vermeintlich "gesunden Ernährung" wird ein gigantisches Geschäft gemacht. Die Deutschen geben Millionen aus für Lebensmittel, die sie vor Krankheit schützen sollen. Gesundes Essen ist für viele beinahe zu einer Ersatzreligion geworden. Zu groß ist die Sehnsucht, durch gutes Essen besser und länger zu leben. Aber geht das überhaupt? Welchen Einfluss hat unsere Ernährung wirklich? Ist zum Beispiel Vollkornbrot grundsätzlich gesünder als Weißbrot? Macht Fett wirklich dick? Diesen und vielen anderen Fragen geht Tim Mälzer in der neuen Doku nach.

Im Mittelpunkt steht ein großer und in Deutschland bisher einmaliger Ernährungstest. 45 Testpersonen werden vier Wochen lang in Mälzers Studioküche verpflegt. Sie werden in drei Gruppen unterteilt und erhalten in diesen extrem unterschiedliche Nahrung: leichte Mittelmeerküche, so wie es die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, mit viel Gemüse und Fisch. Deutsche Hausmannskost, deftig und schwer. Und Fast Food mit viel Weißmehl und Burgern, gewissermaßen das Sinnbild für ungesunde Ernährung. Alle 45 Teilnehmer essen täglich die gleiche Kalorienmenge, doch in ganz unterschiedlicher Zusammensetzung was Nährstoffe, Mineralien oder Fettsäuren betrifft. Während etwa die Mittelmeergruppe viele Vitamine und Ballaststoffe zu sich nimmt, essen die Probanden aus der Fast Food-Gruppe deutlich mehr Fett. Wissenschaftlich begleitet wird die Studie von Professor Peter Nawroth, Leiter der Uniklinik Heidelberg und einer der führenden Stoffwechselexperten Deutschlands. Die Studienteilnehmer werden zu Beginn gründlich durchgecheckt. Hat Professor Peter Nawroth recht mit seiner These, dass alles, was wir im Einzelnen essen, für die Gesundheit eigentlich unwichtig sei und nur zu viele Kalorien ungesund sind, dann dürfte sich an den Blutwerten der Probanden im Verlauf des Versuchs nichts ändern. Cholesterin und andere Faktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes müssten sich bei allen Teilnehmern gleich entwickeln, unabhängig davon, ob sie sich vermeintlich gesund oder ungesund ernährt hätten. Tim Mälzer bekocht die 45 Probanden morgens, mittags und abends nach einem streng festgelegten Ernährungsplan und versucht zudem herauszufinden, wie wichtig bestimmte Bestandteile unserer Nahrung wirklich sind. An der Uniklinik Tübingen erfährt der Fernsehkoch, wie unterschiedlich fette und fettarme Kost im Hirn verarbeitet werden, und warum Light-Produkte unseren Körper nicht "austricksen" können. Er findet heraus, warum es einem Drittel aller Deutschen gesundheitlich gar nichts nützt, Vollkornbrot zu essen. Zudem stellt Tim Mälzer im Labor erstaunt fest, dass selbst mit der Tagesration der Fast Food Gruppe unserer Studie die Vitaminversorgung gesichert ist. Schließlich das verblüffende Ergebnis nach vier Testwochen: Professor Nawroths These stimmt - die Blutwerte aller Probanden zeigen keinerlei Abweichung, unabhängig von Vitamin-, Fett- oder Ballaststoffgehalt ihrer Nahrung. Tim Mälzer zieht nach dem spektakulären Experiment sein Fazit: "Die Doku ist ein Appell an alle, nicht auf die Werbeversprechen von Industrie, Handel und Verlagen zu vermeintlich gesunden Nahrungsmitteln hereinzufallen. Sie ist ein Plädoyer für einen entspannten und undogmatischen Umgang mit jeder Form von hinlänglich bekannten Ernährungsregeln. Essen soll Spaß machen und gut schmecken. Wer dabei einigermaßen maßhält, frisch kocht und auf all zu viel Industriekost verzichtet, ernährt sich grundsätzlich richtig."

Samstag, 29.12.12
16:30 - 17:15 (45 Min.)
Stereo HD-TV