• 16.10.2017
      01:45 Uhr
      Die Farben des Paradieses Spielfilm Iran 1999 (Rang-e Khoda) | Das Erste
       

      In einer Teheraner Blindenschule beginnen die Sommerferien. Alle Kinder werden abgeholt, nur Mohammad muss auf seinen Vater warten, der viel zu spät kommt und ihn nur unwillig mitnimmt, weil er sich für den blinden Sohn schämt. Zu Hause warten seine Schwestern und die Großmutter jedoch schon sehnsüchtig auf den kleinen Jungen, und er verbringt mit ihnen glückliche Tage in seinem idyllischen Bergdorf. Doch die schöne Zeit endet jäh: Weil der Vater erneut heiraten will, soll Mohammad die Familie verlassen.

      Nacht von Sonntag auf Montag, 16.10.17
      01:45 - 03:13 Uhr (88 Min.)
      88 Min.

      In einer Teheraner Blindenschule beginnen die Sommerferien. Alle Kinder werden abgeholt, nur Mohammad muss auf seinen Vater warten, der viel zu spät kommt und ihn nur unwillig mitnimmt, weil er sich für den blinden Sohn schämt. Zu Hause warten seine Schwestern und die Großmutter jedoch schon sehnsüchtig auf den kleinen Jungen, und er verbringt mit ihnen glückliche Tage in seinem idyllischen Bergdorf. Doch die schöne Zeit endet jäh: Weil der Vater erneut heiraten will, soll Mohammad die Familie verlassen.

       

      Stab und Besetzung

      Vater Hossein Mahjub
      Mohammad Mohsen Ramezani
      Großmutter Salemeh Feizi
      Mohammads große Schwester Farahnaz Safari
      Mohammads kleine Schwester Elham Sharifi
      Dorflehrer Behzad Rafice
      Lehrer Mohamad Rahmani
      Schreiner Morteza Fatemi
      Braut des Vaters Masoome Zinati
      Vater der Braut Ahmed Aminian
      Dorfoberhaupt Moghadam Behboodi
      Dorfbewohner GanAli Khorami
      Regie Majid Majidi
      Musik Alireza Kohandairy
      Kamera Hashem Attar
      Mohammad Davudi
      Buch Majid Majidi

      Wenn es ein Paradies gibt, dann hat es die Farben und Geräusche eines iranischen Bergdorfes, mit knallrotem Mohn, leuchtend gelben Rapsfeldern und flirrendem Blattgrün: eine Natur wie im Rausch. Man sieht mit eigenen Augen, doch man lauscht auch mit den Ohren, tastet mit den Fingern des blinden kleinen Mohammads (Mohsen Ramezani) nach den Kieseln im gluckernden Wasser. Unmittelbar scheint die Wahrnehmung des Kindes auf den Zuschauer auszustrahlen. Mohammad hört das Anschleichen der Katze, ein verirrtes Vogeljunges piepsen, und tastet sich behutsam an der Baumrinde entlang, um das Küken ins Nest zurückzulegen.

      Doch seinem abergläubischen Vater (Hossein Mahjub) ist der Sohn eine Last und eine Schande, und es ist herzzerreißend anzusehen, wie er Mohammad vor der Blindenschule in Teheran warten lässt. Am liebsten würde er ihn über die Sommerferien dort lassen. Die Liebe, die ihm der verwitwete Vater nicht gibt, erfährt das sensible und intelligente Kind stattdessen in seinem Heimatdorf im Kreise seiner Schwestern und seiner Großmutter (Salemeh Feizi), mit denen es Blumen sammelt und Tiere füttert.

      Als der Vater erneut heiraten will, bringt er Mohammad heimlich fort zu einem blinden Tischler (Morteza Fatemi), bei dem der Junge von nun an in die Lehre gehen soll. Der Großmutter bricht es das Herz, und sie kommt ums Leben, nachdem sie aus Protest das Haus verlassen hat. Das böse Omen lässt die Hochzeit platzen und stellt den egoistischen Vater vor eine existenzielle Entscheidung.

      Traditionell dienen kindliche Laiendarsteller im modernen iranischen Film dazu, die Zensur zu umgehen und trotzdem etwas Wesentliches über die Gesellschaft auszudrücken. Vor idyllischem Hintergrund erzählt Majid Majidi, mit biblischer Einfachheit und poetischer Einfühlung, eine nur zu alltägliche Geschichte über einen Mann, dessen Vorurteile und die Angst, sein Gesicht zu verlieren, zerstörerisch wirken. Doch trotz seiner Unfähigkeit, seinem Sohn vorbehaltlos zu begegnen, wird der schwache Vater nicht verurteilt. Ohne Pathos und ohne Worte gelingt es dieser spirituellen Parabel stattdessen zu verdeutlichen, was Blindheit des Herzens meint. Und da Mohammad im pantheistischen Sinne der "Sehende" ist, wird ihm letztlich die Natur zum Retter.

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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 19.10.2017