03.07.2013
01:05 Uhr
Weißer Oleander Spielfilm USA 2002 (White Oleander) | Das Erste

Die selbstbewusste, exzentrische Malerin Ingrid ist betörend schön wie weißer Oleander und ebenso gefährlich: Mit einem Giftcocktail aus ebendieser Pflanze tötet sie ihren Liebhaber, der es gewagt hat, sie zu verlassen. 35 Jahre Gefängnis erscheinen Ingrid nicht als zu hoher Preis für den Mord. Dass sie damit ihre 15-jährige Tochter Astrid in einen Abgrund stößt, tut Ingrid als erzieherische Rosskur ab. Für das scheue, kunstbegabte Mädchen beginnt eine dreijährige Odyssee durch Fürsorgeeinrichtungen und die Hände neurotischer Pflegemütter. Während dieser brutalen Zeit entpuppt sich ihre leibliche Mutter als ihre schlimmste Feindin.

Die 15-jährige Astrid Magnussen (Alison Lohman) lebt in einer fast symbiotischen Beziehung mit ihrer exzentrischen Mutter Ingrid (Michelle Pfeiffer), einer intelligenten, willensstarken Künstlerin. Als Ingrid von ihrem Liebhaber Barry (Billy Connolly) rüde verlassen wird, vergiftet sie ihn mit einem tödlichen Oleander-Extrakt - und wird daraufhin zu 35 Jahren Gefängnis verurteilt.

Die empfindsame Astrid kommt in die Obhut der Fürsorge und wird von einer Pflegefamilie zur nächsten weitergereicht. Nach traumatischen Erlebnissen bei der bibelfesten Ex-Stripperin Starr (Robin Wright) und im Jugendheim scheint Astrid bei der liebenswerten, aber labilen Schauspielerin Claire (Renée Zellweger) endlich ein dauerhaftes Heim zu finden. Doch Ingrid, die dieses in ihren Augen spießbürgerliche Idyll zutiefst verachtet, zerstört aus dem Gefängnis heraus mit subtilem Psychoterror das kleine Glück ihrer Tochter.

Astrid kommt schließlich zu der ausgeflippten Exil-Russin Rena Crushenka (Svetlana Efremova), die ihre Pflegetochter auf Flohmärkten schuften lässt. Doch die junge Frau hat sich verwandelt, sie hat nun die Kraft, aus dem Schatten der übermächtigen Mutter zu treten.

Wie kaum ein anderes Drama hat "Weißer Oleander" die Bezeichnung Frauenfilm verdient, geht es doch um einen weiblichen Teenager, der in der Auseinandersetzung mit den unterschiedlichsten Frauenfiguren zu seiner eigenen Identität findet und die herrschsüchtige Mutter überwindet.

Vorlage ist der Bestseller von Janet Fitch, den Regisseur Peter Kosminsky in farbige Milieuzeichnungen und spannende Charaktere zu übersetzen weiß. Seine Intensität gewinnt dieses Drama durch eine Ballung weiblicher Starpower: Neben Robin Wright Penn ("Forrest Gump") und Renée Zellweger ("Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück") trumpft vor allem das zentrale Mutter-Tochter-Duo auf: Jungschauspielerin Alison Lohman als zaghafte Astrid, die sich in ihrem Überlebenskampf allmählich von ihrer charismatischen Mutter emanzipiert, hat mit der herausragenden Michelle Pfeiffer ("Zeit der Unschuld"), die zum ersten Mal eine Mörderin verkörpert, eine faszinierende Gegnerin.

Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 03.07.13
01:05 - 02:53 (108 Min.)
Dolby Untertitel für Gehörgeschädigte